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Modellbahn-Schienen reinigen

Der Gleisstaubsauger ist ein Werkzeug unter mehreren. Saubere Gleise entstehen aus dem Zusammenspiel von Saugen, Wischen und – wenn nötig – Schleifen. Diese Seite ordnet die Verfahren.

Zwei Arten von Schmutz

Auf dem Gleis sammelt sich zweierlei: loser Schmutz wie Staub, Fasern und Streumaterial, der zwischen Schienen und Schwellen liegt, und ein festsitzender Belag auf dem Schienenkopf, der die Stromabnahme stört. Für das eine braucht es Luft, für das andere Reibung oder ein Lösungsmittel. Kein Verfahren erledigt beides gleich gut.

Die Verfahren im Einzelnen

  1. Saugen

    Entfernt losen Schmutz aus dem ganzen Gleisbereich. Von Hand mit dem Staubsauger auf offenen Flächen, mit dem Gleisstaubsauger überall dort, wo nur ein Zug hinkommt. Seriengeräte gibt es für N, TT und H0.

  2. Reinigungsgummi

    Ein Schleifgummi, mit dem der Schienenkopf von Hand abgerieben wird. Er entfernt auch stärkere Beläge und ist das klassische Werkzeug für gut erreichbare Gleise – etwa der Roco-Rubber oder das Fleischmann-Reinigungsgummi. Der Abrieb bleibt allerdings im Gleis liegen und sollte anschließend abgesaugt werden.

  3. Flüssigreiniger

    Ein Lappen mit Isopropanol oder einer speziellen Schienenreinigungsflüssigkeit löst fettige Beläge ohne Abrieb. Wichtig ist ein Mittel, das Kunststoff nicht angreift. Flüssigkeiten gibt es auch für Reinigungswagen mit Tank, zum Beispiel die Schienenreinigungsflüssigkeit von Modellbahn Union.

  4. Filz- und Reinigungswagen

    Ein Schienenreinigungswagen streift mit Filz oder einem Reinigungskörper über den Schienenkopf und läuft einfach im Zug mit. Er eignet sich für die laufende Pflege zwischen den gründlichen Reinigungen – in H0 etwa der ROCO-Clean, in Spur Z der Märklin-Wagen nach System Jörger.

  5. Schleif- und Polierwagen

    Schleifwagen bearbeiten den Schienenkopf mit Schleifkörpern, Polierwagen mit Filz. Sie erreichen auch verdeckte Strecken. LUX bietet beides für N und TT an.

  6. Räder nicht vergessen

    Schmutzige Räder tragen den Belag sofort wieder auf saubere Schienen. Eine Radreinigungsanlage oder das Reinigen der Lokräder von Hand gehört deshalb dazu.

Die sinnvolle Reihenfolge

  1. Groben Schmutz entfernen: lose Teile absammeln, offene Flächen absaugen.
  2. Schienenkopf reinigen: je nach Zustand mit Flüssigreiniger, Filz oder Reinigungsgummi.
  3. Abrieb absaugen: Wer geschliffen hat, saugt danach – sonst landet der Abrieb in Getrieben und Weichen.
  4. Räder kontrollieren: vor allem bei Loks und beleuchteten Wagen.

Im Reinigungszug lassen sich die Schritte zwei und drei verbinden: vorn der Schleif- oder Polierwagen, dahinter der Sauger.

Wie oft sollte man die Schienen reinigen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Entscheidend sind die Staubbelastung im Raum, wie häufig gefahren wird und wie empfindlich die Fahrzeuge reagieren – kleine Spurweiten und Loks mit wenigen stromabnehmenden Achsen zeigen Schmutz zuerst. In Modellbahnforen wird als Faustregel genannt, bei regelmäßigem Fahrbetrieb etwa einmal pro Woche zu reinigen. Praktischer ist es, auf die Anzeichen zu achten: ruckelnde Loks, flackernde Beleuchtung, sichtbarer Belag auf dem Schienenkopf.

Wer vorbeugen will, deckt die Anlage ab, wenn sie nicht benutzt wird, und lässt einen Reinigungswagen regelmäßig mitlaufen.

Passend zur Spurweite

Welche Geräte es für deine Spur gibt, zeigen die Seiten zu Spur Z, N, TT und H0. Worauf beim Kauf eines Saugwagens zu achten ist, steht im Ratgeber.